Im Rahmen der Bekämpfung der organisierten Kriminalität, der Korruption, des Terrorismus u.a. transnationaler Erscheinungsformen der Kriminalität laufen zahlreiche Ermittlungsmaßnahmen aufgrund der auftretenden Beweisschwierigkeiten ins Leere. Die Zerschlagung der diesen Straftaten zugrundeliegenden kriminellen und terroristischen Strukturen erfordert ein Eindringen in den Kern der jeweiligen Organisationen. Dies wird u.a. dadurch versucht, aussagewillige und kooperationsbereite Täter, Gehilfen und Mitwisser zur Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu gewinnen. Ein Anreiz zu dieser Zusammenarbeit besteht in der Milderung einer zu erwartenden Strafe.

Der Ansatz, solche Ermittlungshilfe strafmildernd zu berücksichtigen, ist dem deutschen Strafrecht nicht fremd. Über die Legitimität und den Nutzen strafrechtlicher Kronzeugenregelungen wird hierzulande bereits seit den 1970er Jahren intensiv diskutiert. Die neue Kronzeugenregelung aus dem Jahr 2009 wurde 2013 nach z.T. heftiger Kritik wieder eingeschränkt. Im anglo-amerikanischen Rechtskreis ist die belohnte Kooperation im Strafverfahren weniger umstritten, was auch auf dessen Struktur als adversatorisches Verfahrensmodell zurückzuführen ist.

Das Seminar soll den existierenden Kooperationsformen in nationalen Strafverfahren auf den Grund gehen. Dabei sind primär Kooperationsformen im Ermittlungsverfahren gemeint; darüber hinaus können aber auch andere Möglichkeiten eines Entgegenkommens durch die betreffenden Akteure – z.B. im Rahmen einer Verständigung – beleuchtet werden. Dabei soll das ausländische Recht, insbesondere im angloamerikanischen Bereich, besonders berücksichtigt werden.

Eine erste Vorbesprechung findet statt am

18.07.2018 um 18.30 Uhr s.t.

im Seminarraum in der Strafrechtsbibliothek im 4. Stock des Blauen Turms.