Das Seminar nimmt rechtsgebietsübergreifend verschiedene Facetten des deutschen Kolonialismus aus rechtshistorischer und aktueller Perspektive in den Blick. Ein Schwerpunkt liegt auf der Zeit des Deutschen Kaiserreichs, das seit den 1880er Jahren seine kolonialen Ambitionen realisierte und sich in die Gruppe der Kolonialmächte einreihte. Darüber hinaus werden aber auch kolonialrechtliche Diskurse nach dem Ende der deut-schen Kolonialherrschaft in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“ berücksichtigt. Die Spannbreite der behandelten Themen reicht von der öffentlich-rechtlichen Ausgestaltung der Kolonialherrschaft über die Rechtspflege in den deutschen „Schutzgebieten“ bis hin zu einzelnen Themen aus der Zivil- und Strafrechtsgeschichte sowie dem Völkerrecht. Koloniales Recht soll zudem auf seine rassische Prägung und seine Bezüge zur NS-Zeit hin eingeordnet werden. Schließlich finden auch Fragen der postkolonialen Verantwortung und aktuelle Diskurse Berücksichtigung.

Das Seminar findet als Blockveranstaltung im Februar 2022 statt und richtet sich an Studierende ab dem 2. Fachsemester. Im Rahmen des Seminars können vorbereitende Leistungen, Seminararbeiten und Studienarbeiten angefertigt werden. Die Arbeiten im SPB 1 werden von Prof. Schumann, diejenigen im SPB 5 und 6 von Prof. Ambos bzw. apl. Prof. Rackow betreut.

Die erste Themenvergabe findet voraussichtlich Ende Juli 2021 statt (die zweite Themenvergabe wird nach Abstimmung mit den Teilnehmenden am Ende der Semesterferien und die dritte Themenvergabe Anfang November 2021 stattfinden).

Weitere Informationen können sie der Seminarankündigung entnehmen.